Die bekanntesten Teesorten im Überblick

Tee

 

Die wichtigsten Teesorten sind:

  • Schwarzer Tee (fermentiert),
  • Grüner Tee (nicht fermentiert), und
  • Oolong-Tee (halbfermentiert).

Die Qualität und auch der Geschmack des Tees hängen vom Herkunftsland, der Beschaffenheit des Bodens, der Lage, dem Klima und von Umwelteinflüssen ab. Auch die Weiterverarbeitung beeinflusst die Qualität. So haben die unterschiedlichen Teesorten je nach Herkunftsland einen typischen Geschmack und werden meist nach dem Anbaugebiet benannt (z.B. „Assam-Tee“ aus Assam in Indien).

Schwarzer Tee

Assam

Der Indische Assam-Tee hat ein sehr kräftiges Aroma mit einem würzigen, malzigen Geschmack. Seine Farbe ist dunkelbraun. Wegen seiner Ergiebigkeit wird er häufig für Teebeutel und als ein Bestandteil von Teemischungen, zum Beispiel für den beliebten Ostfriesentee, verwendet.

Darjeeling

Der feine Tee, der an den südlichen Ausläufern des Himalayas in Nordindien angebaut wird, ist ein sehr facettenreicher Tee. Seine Geschmacksbandbreite reicht von mild und leicht, bis würzig-aromatisch, abhängig von der Erntezeit. An den steilen Berghängen Darjeelings wachsen die edelsten Tees der Welt: In einer Höhe von bis zu 2.000 m auf gehaltvollem Lehmboden, bestrahlt von der Himalaya-Sonne, wird die beste Qualität erreicht. Durch die Höhe wachsen die Blätter sehr langsam, wodurch sie ein intensives, liebliches Aroma erhalten.

Ceylon

Der aus Sri Lanka stammende Ceylon-Tee hat eine tief goldene Farbe. Er schmeckt angenehm frisch-herb und hat eine herzhafte, zitronige Note.

Kenia-Tee

Der Kenia-Tee hat ein kräftiges und würziges Aroma, manchmal mit einer leichten Limonen-Note.

Yunnan

Typisch für den Tee aus der chinesischen Provinz Yunnan ist seine erdige Note und das volle Aroma.

Keemun

Ein milder, leichter Tee mit einem blumigen, fruchtigen Aroma, mit weniger Koffein und Gerbstoffen, als in anderen Schwarztees enthalten sind. Keemun-Tee stammt aus der Provinz Anhui im Norden Chinas. Sein einzigartiges Aroma verdankt der Keemun seinem „Myrcenal“ einem ätherischen Öl, das nur in dieser Teepflanze und in Lorbeerblättern enthalten ist.

Grüner Tee

Grüner Tee wird nach dem Pflücken nur kurz erhitzt (gedämpft oder geröstet) und getrocknet – er wird nicht fermentiert wie Schwarzer Tee. Durch die sanfte Verarbeitung behält Grüner Tee wertvolle Inhaltsstoffe und seine grüne Farbe.

Gun Powder

Den interessanten Namen hat der chinesische Grüntee wegen der Form seiner Blätter, die bei der Verarbeitung zu Kügelchen gerollt an „Schießpulver“ erinnern – und sich beim Aufbrühen „explosionsartig“ aufwickeln. Gun Powder hat eine frische, leicht blumige Note mit herb-kräftigem Aroma.

Chun Mee

Der beliebte chinesische Grüntee mit einem typisch herben Aroma, gilt als einer der preisgünstigsten und „einfachsten“ seiner Sorte, er wird inzwischen aber auch in höherer Qualität angeboten. Chun Mee wird auch auf Taiwan hergestellt.

Sencha

Ist der beliebteste Tee in Japan und schmeckt leicht herb mit einer süßen Note. Der Duft von hochwertigem Sencha erinnert an frisches Heu oder Gras. Sencha bedeutet „gedämpft“, da die grünen, langen Teeblätter (die auch ein wenig wie frisch gemähtes Gras aussehen) bei der Verarbeitung leicht gedämpft werden. Je dunkler die Blätter, desto wertvoller ist der Tee. Der Aufguss hat eine helle, gelb-grüne Farbe.

Bancha

Mit seinem frisch-herben Aroma ist Bancha in Japan der Tee für den Alltag. Sein Name steht für „Großblatt-Tee“, denn er hat große, leicht gerollte Blätter. In Japan wird er auch gern noch abends getrunken, da er aufgrund seines niedrigen Koffeingehaltes nicht zu munter macht.

Oolong

Oolong-Tee stammt ursprünglich aus China und wird heute auch in Taiwan angebaut. Oolong-Tee wird halb-fermentiert: Bei seiner Verarbeitung werden die Blätter nicht ganz aufgebrochen (wie bei Schwarzem Tee), sondern nur eingerissen und am Rand fermentiert. Je nach Qualität sind Oolong-Tees zarter und feiner im Geschmack als Schwarze Tees und haben kein Grüntee-typische herbes Aroma, sondern eine angenehme, milde Süße.

Chinesischer Oolong

Chinesischer Oolong hat ein zartes, mildes Aroma. Je nach Qualität kann er einen leichten Malzgeschmack bis hin zu einer leicht fruchtigen Note haben. Wie der taiwanesische Oolong hat er ein sanftes Pfirsich-Aroma. Die Farbe des Aufgusses reicht von hellgrün-gelb bis Bernstein-gelb.

Taiwan Oolong (Formosa)

Taiwanesischer Oolong hat eine leichte Pfirsich-Note und ist mild-aromatisch: Der qualitativ wertvolle Tee aus Taiwan wird häufig noch Formosa („schön“) genannt, wie die Portugiesen bis zum 16. Jahrhundert die Insel nannten. Der taiwanesische Oolong hat eine noch feinere Qualität als der chinesische, und seine Farbe ist ein wenig heller, gelber.

Weißer Tee

So genannt, weil die Härchen an der Blattunterseite den getrockneten Teeblättern eine weiß-silberne Farbe geben. Keine gewollte Fermentation. Junge Triebe werden geerntet und getrocknet (wie Heu). Nur Spitzentees eignen sich zur Produktion von weißem Tee.

Neben diesen vier klassischen Herstellungsarten gibt es weitere, weniger verbreitete Spezialitäten:

Puh-er-cha wird in Asien als Schwarztee (??) bezeichnet und ist in der Tat auch wesentlich dunkler in der Farbe als der in Europa getrunkene Schwarztee – in der Tasse sieht er farblich eher aus wie Kaffee. Es ist ein mehrere Jahre gelagerter (gereifter) Schwarztee.

Gelber Tee ist eine nur in China produzierte Spezialität. Es ist ein weißer Tee, der nach der Ernte nicht sofort weiterverarbeitet wird. So findet eine minimale Fermentation statt. Es ist eine der teuersten Tee-Spezialitäten, die erhältlich sind. Manchmal wird er auch als Grüntee eingestuft.

Aromatisierter Tee

Aromatisierte Tees findet man in zwei Ausprägungen. Die klassischen aromatisierten Tees kommen aus China. Grüntee oder eine Mischung aus Grün- und Schwarztee wird durch Zugabe von frischen Blüten aromatisiert. Die Blüten werden regelmäßig ab gesiebt und wieder durch frische Blüten ersetzt, bis das gewünschte Aroma erreicht ist. Die bekanntesten Varianten sind Rosentee und Jasmintee, deren Handelsformen oft noch Blütenreste enthalten.

Steigender Beliebtheit erfreuen sich in Europa aromatisierte Schwarz- oder Grüntees. Dabei wird der Tee mit unterschiedlichen natürlichen Aromen angereichert. Bekannte Geschmacksrichtungen sind Fruchtaromen wie Kirsche oder Maracuja, Vanille und andere Gewürze (zum Beispiel Anis, Zimt), oder Zitrus-Aromen wie Orange, Zitrone oder auch Bergamotte (die im Earl Grey, einem der ältesten Aromatees, enthalten ist).

Angeboten werden auch Tees mit industriell hergestellten naturidentischen Aromen wie Mandel, Bratapfel, Schokolade, Pfefferminz, Erdbeere usw. Bei vielen dieser aromatisierten Sorten spielt die Qualität des verwendeten Tees eine untergeordnete Rolle, da er nur als Trägermaterial der Aromastoffe benötigt wird.

Rauchtee

Unter Rauchtee versteht man eine Tee Sorte, bei der die Blätter beim Trocknen im Rauch von harzreichem Holz geräuchert werden. Dadurch bekommt der Tee ein besonderes Aroma mit einer kräftig rauchigen Note und einen intensiven Duft. Am weitesten verbreitet ist heute die Sorte Lapsang Souchong. Aber auch in russischen Mischungen und Karawanen-Mischungen findet er Anwendung, die den stark rauchigen Tee nur anteilig enthalten. Diese eignen sich gut zu Brotzeiten. In reiner Form kann er auch zum Kochen als salzfreie Alternative zum Rauchsalz verwendet werden und erzeugt das in manchen Amerikanischen Küchen beliebte Räucheraroma.

Die rauchige Note ist sehr alt und dürfte bei allen Sorten mit Schnelltrocknung vorgekommen sein, bevor es gelang, heißen Luftstrom ohne Rauchbeimischung zu erzeugen. Die Bezeichnung Karawanen-Mischung geht auf eine Transportweise des Tees zurück. Die verbreitete Ansicht, der Tee hätte sein Raucharoma erst durch die nächtlichen Lagerfeuer der Beduinen bekommen, ist unbestätigt. Viele rauchige Teesorten stammen aus Regionen mit ehemals Holzfeuertrockung und der europäische Teehandel basierte fast ausschließlich auf dem Wasserweg.

Rooibos Tea

Seit Jahrhunderten haben die Südafrikaner geerntet und genossen Rooibos („roter Busch“) Tee, oft mit dem potenten Getränk aus medizinischen Erwägungen. Aber jetzt Rooibos Tee ist immer eine beliebte Wahl weltweit, als die Nachricht von Rooibos Tee die Vorteile und köstlichen Geschmack haben sich schnell in alle Teile der Welt verbreitet.

Es ist zwar stetig an Popularität gewinnt, leckere und nahrhafte Rooibos Tee ist noch relativ unbekannt, viele Teetrinker weltweit. Ein Teil der Grund Rooibos ist immer noch selten ist, dass die Pflanze, aus der es geerntet wird nur in einer bestimmten Region in Südafrika aufgewachsen. Aber trotz seines niedrigen Profils ist Rooibos-Tee Geschichte interessant und voller Überraschungen. Weil Rooibos Tee ist gesund und entkoffeinierten, ist es, einen richtigen Namen für sich selbst und sollte eine lange Zukunft in den globalen Tees Markt haben.

Honeybush

Auch der Honeybush stammt aus Südafrika. Der Roibosh und der Honeybush wachsen am Kap – der Roibosh eher im Westen, der Honeybush im Osten. Während man den Roibosh bereits auf Plantagen anbaut, wird der Honeybush meist noch von wild-wachsenden Büschen geerntet. Deshalb ist der Tee auch rar. Aber der wichtigste Unterschied: es handelt sich um unterschiedliche Pflanzen. Der Roibosh gehört zur Familie der Aspathalus Linearis, während der Honeybush zur Cyclopia Intermedia gehört.

Beide Tees unterscheiden sich auch in der Herstellung. Honeybush beansprucht einen viermal höheren Arbeitsaufwand. Während Roibosh in kultivierten Plantagen innerhalb eines Tages produziert werden kann, läuft es beim Honeybush anders. Hier müssen schon bei der Ernte Fachleute eingesetzt werden, die die wild-wachsende Pflanze identifizieren.

Für beide Tees erntet man die oberen Äste des Strauches, aber bearbeitet sie dann unterschiedlich. Bei Roibosh wird dem Schneidevorgang Wasser zugesetzt, er fermentiert. Die geschnittene feuchte Masse wird mehrmals gewendet und dann in der Sonne zum Trocknen ausgelegt. Nach einigen Stunden ist der Roibosh fertig.

Die Herstellung des Honeybush ist komplizierter. Das Schnittgut kommt unter Zusatz bestimmter Mengen Wasser in eine rotierende Trommel. Der Tee bleibt so mehrere Tage lang einer bestimmten Temperatur ausgesetzt. Die dadurch stattfindende Fermentation wird kontrolliert, abgebrochen und die Ware in der Sonne getrocknet. Der fertige Tee zeigt nun seinem typischen, herrlich leichten Honigduft.
Er unterscheidet sich damit vom Roibosh, der etwas herber, vollmundiger schmeckt.

Teemischungen

Für jeden Geschmack etwas dabei: Die verschiedenen Teesorten bieten je nach Herkunftsland und Qualität eine so große Bandbreite an Geschmackserlebnissen, dass es manchmal schwer ist, sich für einen Tee zu entscheiden. Es gibt wohl kaum ein Getränk, das so mannigfaltig genossen werden kann. Es ist auch dementsprechend schwer einzuschätzen, wie viele verschiedene Tees es auf der Welt gibt. Um die Auswahl noch schwerer zu machen, werden die Teesorten auch untereinander oder mit Aromen und Kräutern vermischt.

Die bekanntesten Mischungen sind „English Breakfast Tea“ (Mischung aus verschiedenen Indischen Tees mit einem blumig-kräftigen Aroma), der „Ostfriesentee“ (kräftige second Flush Assamtees oder Tee aus Kenia, die in Ostfriesland mit Kandis und Sahne getrunken werden), oder „Karawanentee“ bzw. „Russische Mischung“ (Mischung aus chinesischen, indischen und taiwanesischen Tees).

Keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar